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Das Rheinmuseum in Emmerich

Stadtgeschichte

Die Geschichte unserer Stadt am Rhein beginnt natürlich nicht erst mit der Erhebung Emmerichs zur Stadt am 31. Mai 1233.

Nicht alles was auf die Zeit vor der Stadterhebung hinweist, kann auch ausgestellt werden. So gibt es bei den Bodenfunden Spuren von eiszeitlichen Tieren und Menschen der Steinzeit ebenso wie Hinweise auf die niederrheinische Grabhügelkultur, belegt durch Graburnen und Bronzegegenständen der ersten Germanen im Rheinland.

Gegenstände aus der Römer- und Frankenzeit wurden 1905 bei Rodungsarbeiten in Speelberg gefunden. Die Funde umfassten Tongefäße, Waffen und Schmucksachen.

Das 13. Jh. war eine spannende Zeit – viele Städtegründungen im Rheinland mit dem Recht die Stadt zu befestigen und viele dieser Städte wurden Mitglied der Hanse.

Zur Stadtbefestigung gehörte die Stadttoranlage des Löwentores die hier als Modell ausgestellt ist.

 Stadttoranlage

Viele der ausgestellten Töpferwaren stammen aus Bodenfunden und weisen auf einen regen Handel mit anderen am Fluß gelegenen Städten hin.

An verschiedenen Stellen in der Stadt wie auch in Elten sind Ge- fäße aus karolingischer Zeit (8. - 10. Jh.) und aus späteren Jahr- hunderten (vornehmlich 15. bis 16. Jh.) gefunden worden.

Mit Steingut oder Steinzeug bezeichnet man Töpferwaren aus sehr hartem, sprödem und undurchdringlichem Material, im Ge- gensatz zu dem weicheren und weniger haltbaren aus früheren Zeiten. Naturgemäß können zum Steinzeug nur solche Tonarten benutzt werden, die einen sehr hohen Feuergrad aushalten kön- nen und darin steinhart werden.

Die Steinzeugfabriken nahmen vor allem in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts einen großen Aufschwung. Hauptorte wa- ren Köln, Frechen bei Köln, Siegburg, Raeren bei Aachen, Höhr und Grenzhausen im Westerwald. Die Köln-Frechener sowie die Raerener Fabrikate zeigen ein schönes Braun; zuweilen sind sie auch gelblich glasiert. Die Erzeugnisse dieser Töpfereien waren in jedem Haus zu finden.

Besonders beliebt waren auch die sogenannten Bartmänner, so benannt nach dem bärtigen Kopf, womit die Töpferwaren, über- wiegend Krüge, verziert wurden. Mehrere Exemplare sind aus- gestellt.


Modell der Stadt Emmerich


Dieses aufwendige Modell wurde 1983 von den Schülern Stefan Meenen und Christof Strauß gebaut, mit dem sie den 1. Platz beim Wettbewerb des Emmericher Geschichtsvereins errangen. Anlass dieses Wettbewerbs war die 750-Jahrfeier Emmerichs. Als Grundlage diente der Stadtplan von Georg C. Stich aus dem Jahr 1667. Durch die genaue, deutsch / niederländische Beschriftung lassen sich interessante Vergleiche zu den heutigen Gegebenheiten Emmerichs anstellen.


Kirchengerät und sakrale Kunst

Eine reihe sakraler Gegenstände haben viele Jahrhunderte überlebt und zeugen von einem gewissen Wohlstand, hierzu gehört die ausgestellte Taufschale der reformierten Gemeinde Emmerichs.

Die Taufschale der reformierten Gemeinde Emmerich stammt aus dem Jahre 1715 und ist eine Leihgabe der evangelischen Kirchengemeinde Emmerich. Meistermarke ist TH. Auf dem Deckel lautet die Inschrift: "Reformerde Kerk tot Emmerik". AO den 14. April 1715". Die Schale wurde von der Schiffergilde zur Kirchweihe am 14. April 1715 gestiftet. Das Schiffchen auf dem Rand erinnert daran.

Die Abendmahlsbecher der evangelischen Mennonitengemein- de Emmerich (Silber, 1710, Meister GH) sind ebenfalls Leihga- ben der evanglischen Kirchengemeinde. Die Schrift auf dem Boden lautet: "Behoort aan de MENNONITENGEMMENTE in EMMERIK A 1710". Die Mennoniten Täufer-Gemeinde wurde 1613 in Emmerich gegründet.

Das Handwaschgefäß (AQUAMANILE) aus Bronze hat zwei Ausflüsse und einen gebogenen Henkel. Es ist aus dem 15. Jahrhundert und stammt angeblich aus Raesfeld in Westfalen.

Die Weihwasserkessel aus Messing sind eimerartig geformt mit kantig gedrehten Henkeln und Engelhalbfiguren als Schildhal- ter. Die Kessel sind Nachbildungen älterer Stücke und dürften aus der Zeit um 1850 stammen. Die Kerzenhalter und die zwei gleichgeformten runden Messingleuchten mit den Kugelfüßen stammen aus dem 17. Jahrhundert. Die kleine bronzene Glocke hat am oberen Rand der Wandung die Inschrift "Petrus rutgeri Pater. A 1671" und stammt wahrscheinlich aus dem Kreuzher- renkloster. Angaben über das Alter des Christuskorpus liegen nicht vor.

Das Modell der Kath. Kirche St. Georg in Hüthum wurde 1932 von den Brüdern van Marwyk gebaut und 1977 vom Rheinmu- seum erworben. Im Vergleich zur heutigen St.-Georg-Kirche lassen sich einige Veränderungen feststellen.

Zinngeräte des 18. / 19. Jahrhunderts

Die ausgestellten Stücke stammen aus Emmerich und Umge- bung und wurden im Laufe der letzten 100 Jahre von den jeweiligen Museumsleitern gesammelt. Die hier gezeigten Dröppelminnas und andere Gebrauchsgegenstände sind heute nostalgische Sammelstücke.

Modell der Windmühle

Die Windmühle stand im 19. Jahrhundert vor dem Steintor an der Eltener Straße, bis sie 1895 durch einen Sturm zerstört wur- de. Das Modell stammt noch aus dem ehemaligen Bestand des Heimatmuseums an der Mennonitenstraße.

Beginn der Industriealisierung – 19. Jh.

Leider gibt es sie heute nicht mehr, die Schokoladenfabrik Lohmann, die über 100 Jahr süße Produkte in Emmerich herstellte. Hinweise auf diese Zeit finden Sie in einer Vitrine ebenso wie Produkte aus den vielen in Emmerich vertretenen Spirituosenfabriken – eine Seltenheit ist eine Flasche mit Unterteilungen und vier verschiedenen Schnäpsen. Zur Schokolade und Schnaps kamen dann noch die Tabak- bzw. Zigarrenfabriken.

Der früher (seit Mitte des 19. Jahrhunderts) in den örtlichen Zi- garrenfabriken verwendete Zigarren/Zigarillo - Arbeitstisch und eine "Wickelform" sind Zeugnis einer ehemals sehr bedeuten- den Industrie. Das Zigarrenrollen war anfangs reine Handarbeit. Bald wurden die Formhölzer eingeführt, die dann auch eine Ar- beitsteilung zur Folge hatten: Der Wickelmacher formte die "Puppe", die in dieser Form eine zeitlang gepresst wurde und darauf zum "Roller" kam, der den Wickel mit dem Deckblatt überrollte.

Wenn eine Stadt soviel Genußmittel herstellte, muss es ihr bzw. ihren Einwohnern gutgegangen sein.

Sammlung Bernd Terhorst

Aus dem Nachlass des Malers Bernd Terhorst kamen u.a. durch Schenkung eine Reihe von Gemälden in den Besitz des Museums.

Originalstafflei des Künstlers

Portrait der Eltern von Bernd Terhorst auf Originalstaffelei • Deich bei Hüthum
• Portrait von Ehefrau Elisabeth Terhorst
• Kolk am Rhein – 1950

Fischerkate an der Kalflak – 1920 • Bauernhof in Praest – 1915
• Salmfischer – 1947
• Jan Drömel – 1947

Die Bols-Trinker (Parterre)

Spinnrad von Elisabeth Terhorst Hocker von Bernd Terhorst

Broncebüste von Elisabeth Terhorst

Delfter Fayencen

Unter Delfter Fayencen versteht man Erzeugnisse der Töpfer- kunst, wie sie hauptsächlich in der holländischen Stadt Delft im 17. / 18. Jahrhundert hergestellt wurden und große Verbreitung fanden. Sie wurden und werden fälschlich mit Delfter Porzellan bezeichnet, bestehen jedoch nicht aus Porzellanmasse, son- dern aus einem porösen, gelblich-grauen Ton, der von zwei bläulich-weißen Glasurschichten überzogen ist. Die Bruchstellen sind daher nicht wie beim Porzellan weiß, sondern graugelb. Auch lassen sich die Glasurschichten abblättern, was beim Porzellan nicht der Fall ist.

Die Delfter Erzeugnisse waren ursprünglich nichts anderes als Nachahmungen des chinesischen und japanischen Porzellans, das zuerst im 14. Jahrhundert nach Europa gebracht wurde. Später verließen die Holländer die alten Vorbilder und gingen eigene Wege. Sie verwendeten vorzugsweise die blauweiße Farbe und stellten Teller, Schüsseln, Vasen, Krüge, Wandplatten und auch Figuren her. Ihre Blütezeit erlebte die Delfter Ware im 17. Jahrhundert. Gegen Ende des 18. Jahrhundert nahmen die Qualität und damit die Nachfrage und der Absatz ab. Im Jahre 1853 wurde die letzte Fayencenfabrik geschlossen. Allerdings mit einem ehemali- gen Fabrikanten, Herrn Thooft, hat noch im 19. Jahrhundert die Herstellung künstlerischer Fayencen wieder begonnen.

Das Rheinmuseum besitzt eine ansehnliche Sammlung Delfter Ware; Schüsseln, Teller und Balustervasen mit blauweißem und mehrfarbigem Schmuck. Darunter befinden sich auch einige chinesische und japanische Porzellanteller, wie sie von Holland mit der Delfter Ware eingeführt wurden.

Erinnerungen an die "Gute alte Zeit"

Die Fahne des Kavallerievereins 1933 ist in den letzten Kriegs- tagen von einem kanadischen Soldaten Emmerich gegenüber auf der linken Rheinseite "gefunden" worden. Anfang 1980 er- hielten wir dieses gut erhaltene Stück über die Deutsche Bot- schaft zurück.
Nach einer Suchmeldung in der örtlichen Presse konnte das letzte noch lebende Mitglied ausfindig gemacht werden. Der Verein hat nach dem Weltkrieg noch einige Zeit als "Lotterie- verein" (militärische Vereine waren verboten) weiter bestanden, löste sich dann wegen Mangels an Mitgliedern auf.
Orden und Erinnerungsmedaillen Emmericher Vereine und ein Offiziers-Pallasch versetzen den Betrachter in die Zeit um die Jahrhundertwende.

Erinnerungsstücke
Aus "gutbürgerlichen Haushalten"


Angefangen vom Fußwärmer über Bügeleisen, Nußknacker und dem "nostalgischen" Sonnenschirm bis hin zu den "Vitrinen- schätzen" wie Andenkengläser, Pokale, Schalen und den obligatorischen Sammeltassen, zu den verschiedensten Anlässen geschenkt, finden wir hier alles, was den Eindruck gutbürgerli- chen Lebens um das Jahr 1900 beim Betrachter hinterlässt. Ru- higer war die Zeit, keine Hetze – jedoch nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung. Tagelöhner,
Portekerls und Fabrikarbeiter hat- ten kaum Geld für solche Dinge.


Ansichten der Stadt Emmerich

Alte Original-Grafik vom 17. – 19. Jahrhundert, Fotos und Ansichtspostkarten vermitteln einen guten Überblick vom Werden der Stadt am Strom, der Entwicklung des Straßenbildes und der baulichen Veränderung bis hin ins 21. Jahrhundert.

Ansichten

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Video

Hinweis für unsere Besucher

Eintrittsfreie Sonntage

4. August, 1. September, 6. Oktober, 3. November, 1. Dezember

Öffnungszeiten im Detail

  • Dienstag 10:00 - 12:30 & 14:00 - 16:30 Uhr
  • Mittwoch 10:00 - 12:30 & 14:00 - 16:30 Uhr
  • Donnerstag 10:00 - 12:30 & 14:00 - 16:30 Uhr
  • Sonntag 10:00 - 12:30 & 14:00 - 16:30 Uhr
  • Für Gruppen, auch außerhalb dieser Zeiten gerne nach Vereinbarung